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BLINDSIGHT
Cast & Crew

Sabriye Tenberken - Erik Weihenmayer - Sonam Bhumtso - Gyenshen - Dachung - Kyila - Tenzin - Tashi -
Lucy Walker - Sybil Robson-Orr - Steven Haft - Petr Cikhart


SABRIYE TENBERKEN

Zitat: "Viele Menschen sagen, ich schaffe das nicht, weil ich blind bin oder rote Haare habe
oder meine F├╝├če zu dick sind. Mit den richtigen Leuten um dich herum setze dir keine Grenzen,
sondern gehe auf dein Ziel zu."


Sabriye Tenberken, Jahrgang 1970, ist Initiatorin des Projekts "Braille Without Borders". Eine angeborene
fortschreitende Netzhautdegeneration f├╝hrte langsam zur Erblindung. Seit ihrem 12. Lebensjahr ist sie blind.
Sie wurde in dem Glauben erzogen, Blindheit sei mehr eine pers├Ânliche Eigenschaft als eine Behinderung.
Das Ergebnis dieser Erziehung ist eine Frau, die f├╝r eine tief greifende Haltungs├Ąnderung gegen├╝ber
Blinden in einer der entlegensten Gegenden der Erde sorgte, in Tibet.

Sabriye Tenberken studierte Tibetologie an der Bonner Friedrich-Wilhelms-Universit├Ąt und befasste sich w├Ąhrend
des Studiums der Zentralasien-Wissenschaften mit den Schwerpunkten Tibet und Mongolei. Ihr Interesse daf├╝r
wurde geweckt, als sie auf einer Wanderausstellung tibetische Kunstwerke ber├╝hren durfte. Als Nebenf├Ącher w├Ąhlte
sie Philosophie und Soziologie und belegte einen Intensivkurs der modernen chinesischen Sprache. Nach der
Immatrikulation merkte sie bald, dass keine Blindenschrift f├╝r die tibetische Sprache existierte, also entwickelte sie
eigene Methoden f├╝r sich selbst, um ihre Studien fortzuf├╝hren. Auf diese Weise entstand im Jahr 1992 eine
tibetische Blindenschrift basierend auf der in Europa und Amerika bew├Ąhrten Sechs-Punkte-Brailleschrift, die sich
an das tibetische Silbenschriftsystem anlehnt. Die junge Frau wollte raus aus Deutschland, weil sie das Gef├╝hl
hatte, sich als blinder Mensch in der Heimat nicht verwirklichen zu k├Ânnen. Aus Forschungsgr├╝nden entschied
sich die damals 26-J├Ąhrige, ohne sehende Begleitung und auf eigene Faust nach Tibet zu reisen. Erst einmal
stie├č sie wegen ihrer Blindheit auf Skepsis seitens der chinesischen Beh├Ârden, die mit Schwierigkeiten f├╝r sie
rechneten. Denn die meisten Tibeter glauben, dass blinde Menschen von D├Ąmonen besessen sind oder dass
Blindheit die Strafe f├╝r schlechte Taten im fr├╝heren Leben ist.

Sabriye beharrte auf ihrem Vorhaben und reiste im Sommer 1997 nach Lhasa. Mit einer Einheimischen ging es
auf dem Pferder├╝cken durch das vereiste Himalaja-Gebirge auf die Suche nach blinden Kindern f├╝r ein von ihr
geplantes Schulprojekt. In der Autonomen Region Tibet erfuhr sie hautnah, was Blindsein bedeuten kann. Sie
fand von ihren Eltern versto├čene und von Dorfbewohnern gemiedene Kinder, oft versteckt und in dunklen R├Ąumen
jahrelang ans Bett gefesselt, einige von ihnen hatten nie laufen gelernt, 18-J├Ąhrige noch nie das Haus verlassen.
Schon bei ihrem ersten Aufenthalt in Tibet traf sie in einem Backpacker-Hotel den Holl├Ąnder Paul Kronenberg,
inzwischen ihr Partner privat und beruflich, mit dem sie die erste Schule f├╝r Blinde in Tibet gr├╝ndete und die
Organisation "Braille Without Borders".

Ihre bahnbrechende Arbeit wurde international als Modell anerkannt f├╝r visuell Beeintr├Ąchtigte in
Entwicklungsl├Ąndern. Die Kinder werden im Lesen, Schreiben und im Sprechen von drei Sprachen unterrichtet:
Tibetisch, Chinesisch und Englisch. Des Weiteren wird ihnen das notwendige Handwerkszeug vermittelt, um
unabh├Ąngig in der Welt der Sehenden zu leben. Nach neun Jahren machten die ersten ihrer Sch├╝ler den
Abschluss, gr├╝ndeten Gesch├Ąfte und konnten als Hauptern├Ąhrer f├╝r ihre Familien sorgen. Regierungen aus
allen Regionen der Welt haben die beiden Gr├╝nder eingeladen, ihr Markenzeichen-Programm in ihren eigenen
L├Ąndern aufzubauen. Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg bauen derzeit ein neues Projekt im s├╝dindischen
Kerala, ein Management-College, an dem sich blinde und sehbehinderte Menschen vor allem aus Entwicklungsl├Ąndern
in Managementtechniken, Projektplanung, Rhetorik und Finanzierung ausbilden lassen k├Ânnen, um dann in ihren
Heimatl├Ąndern eigene Projekte zu starten.

Sabriyes Werk erhielt weltweit W├╝rdigungen, darunter 2000 das Charity Bambi, 2002 mit Paul Kronenberg den
"Albert Schweizer Award for Charity Work", 2003 erhielten beide von der niederl├Ąndischen K├Ânigin den Orden
"Ritter von Oranien und Nassau", 2004 bekam Sabriye vom Time Magazine den "Hero of the Year Award" in Europa
und Asien, 2005 war sie f├╝r den Friedensnobelpreis nominiert, erhielt die Bezeichnung "Young Global Leader" beim
Weltwirtschaftsforum. Oprah Winfrey benannte sie pers├Ânlich in ihrer Show als eine der "Eigth Women Oprah
Wants You To Know", und im August 2006 gab es zwei "Mother Teresa Awards", einen f├╝r sie selbst, den anderen f├╝r
"Braille Without Borders". 2007 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sabriye ver├Âffentlichte drei
B├╝cher: MEIN WEG F├ťHRT NACH TIBET (Kiepenheuer & Witsch, 2000), TASHIS NEUE WELT (Dressler, 2000) und
DAS SIEBTE JAHR, VON TIBET NACH INDIEN (Kiepenheuer & Witsch, 2006). In letzterem beschreibt sie die
spektakul├Ąre Besteigung des 7000 Meter hohen Lhakpa Ri mit Erik Weihenmayer und sechs blinden tibetischen
Sch├╝lern. Das Buch erscheint auch als das erste von Blinden gelesene kommerzielle H├Ârbuch.

n├Ąchste Person: Erik Weihenmayer

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